Gefälschte Stellenangebote: So wollen Kriminelle Ihre Daten und Ihr Geld stehlen
Cyberkriminelle nutzen zahlreiche Tricks, um Sie in die Falle zu locken. Genau wie bei der Wohnungssuche wittern sie auch in der Arbeitswelt eine goldene Gelegenheit. Mit gefälschten Stellenanzeigen erbeuten die Betrüger persönliche Daten und Geld. Seien Sie wachsam!
„ Zurzeit sind gefälschte Stellenangebote im Umlauf. Darin werden Bewerber aufgefordert, ihre Kontaktdaten preiszugeben und für ein Vorstellungsgespräch Geld zu bezahlen (…) Diese gefälschten Angebote sehen aus wie offizielle Stellenanzeigen. Sie fallen daher zunächst nicht weiter auf. Erst wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben und Kontakt zum falschen Arbeitgeber aufnehmen, werden Ihre persönlichen Daten und/oder Geld von Ihnen verlangt “, warnte kürzlich Actiris, das Brüsseler Arbeitsamt.
Die Betrüger locken ihre Opfer selbstverständlich mit großzügigen Gehältern und attraktiven Arbeitszeiten.
Im vergangenen Jahr schlug die Société Wallonne du Logement in den sozialen Medien Alarm: „Wir haben festgestellt, dass bestimmte Websites, sogenannte ‚automatisierte Stellenbörsen‘, in unserem Namen gefälschte Anzeigen veröffentlichen – für Positionen, die bei der Société wallonne du Logement gar nicht ausgeschrieben sind. Diese Plattformen erstellen automatisch Stellenanzeigen auf Basis von Schlüsselwörtern, die sie im Internet finden – teils mit dem einzigen Ziel, persönliche Daten abzugreifen. Die Folge: Bewerber kontaktieren uns, um sich auf Stellen zu bewerben … die es bei uns schlichtweg gar nicht gibt.“
Cyberkriminelle geben sich ohne Zögern als echte Personalvermittler aus, indem sie gefälschte Stellenangebote veröffentlichen, oder kontaktieren die „Kunden“ direkt. Mehrere Zeitarbeitsfirmen haben dies bereits zu spüren bekommen.
DaJobs, ehemals Daoust, hat dieses Phänomen bereits erlebt. „Bewerber auf Jobsuche wurden per Privatnachricht kontaktiert, nachdem sie ihren Lebenslauf in sozialen Netzwerken veröffentlicht hatten, und es wurden ihnen unter anderem gefälschte Stellenangebote unterbreitet. In diesen Nachrichten fordern die Betrüger die Bewerber dazu auf, ihre persönlichen und finanziellen Daten (Kopie des Personalausweises, der Bankkarte usw.) zu übermitteln. Diese Nachrichten stammen keinesfalls von unserem Unternehmen!“, erklärte die Zeitarbeitsfirma kürzlich.
Federgon, der Verband der im Bereich der Personaldienstleistungen tätigen Unternehmen, warnte ebenfalls. „Sie sollten wissen: Zeitarbeitsfirmen verlangen niemals Geld von Zeitarbeitnehmern. Und vor allem: Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihre Zeitarbeitsagentur.“
„Task-Scams“
Mit einem weiteren Phänomen, den „Task-Scams“, wurden weltweit bereits mehr als 100 Millionen Euro erbeutet. Das Prinzip? Die Opfer sollen einfache Online-Aufgaben erledigen (ein Video ansehen, einen Beitrag liken …) und erhalten dafür angeblich sehr attraktive Gehälter, ausgezahlt in Kryptowährung … Anschließend müssen die Opfer dieses „Task-Scams“ hohe Überweisungen von ihrem Bankkonto tätigen, um vermeintlich ihren Lohn freizuschalten.
Febelfin, die belgische Föderation des Finanzsektors, befasst sich mit dem Phänomen: „Sie bieten Teilzeitjobs (über WhatsApp, Telegram oder auch LinkedIn) oder Freelance-Aufträge an, mit denen man „schnell Geld verdienen können “ soll: einfache Aufgaben erledigen, Beiträge liken oder kleine Überweisungen tätigen. Anfangs wirkt alles glaubhaft. Es kommt sogar vor, dass eine kleine Vergütung ausgezahlt wird. Doch schon bald folgen Aufforderungen zu Geldüberweisungen, Kontoaktivierungen oder zur Weitergabe persönlicher Daten. Die Opfer können zudem als – oft ohne ihr Wissen – Finanzmittäter missbraucht werden.“ Ihr Bankkonto dient dann der Geldwäsche, die gesetzlich strafbar ist …
Im Folgenden einige wichtige Regeln, damit Sie nicht in die Falle tappen.
Zehn wichtige Tipps und Warnsignale
- Sie haben eine Nachricht mit einem Stellenangebot erhalten, obwohl Sie sich gar nicht beworben haben? Seltsam! Prüfen Sie, aus welcher Quelle sie stammt. Seien Sie misstrauisch bei Nachrichten von anonymen oder nicht identifizierbaren Konten. Ein seriöses Unternehmen schreibt Ihnen immer von seiner offiziellen E-Mail-Adresse aus und nicht etwa von einem Gmail- oder Outlook-Konto. Seien Sie auch bei unterdrückten Rufnummern vorsichtig ...
- Vorsicht bei Angeboten, die „zu schön sind, um wahr zu sein“ (hohes Gehalt, wenig Arbeit, keine Erfahrung erforderlich ...)
- Wirkt das Angebot unprofessionell, verweist es auf eine unbekannte externe Plattform oder enthält es Rechtschreibfehler, so ist das ein Hinweis auf eine Fälschung;
- Informieren Sie sich auch über das Unternehmen und das Angebot, überprüfen Sie, ob Ihr Ansprechpartner ein offizieller Vertreter ist;
- Geben Sie keinerlei persönliche Daten an einen Personalvermittler weiter, den Sie nicht persönlich getroffen haben;
- Geben Sie Ihre Bankverbindung nicht weiter und zahlen Sie weder Geld ein noch nehmen Sie welches an, bevor ein Vertrag unterzeichnet ist;
- Das Einstellungsverfahren kommt Ihnen sehr schnell vor? Es findet ohne Vorstellungsgespräch oder Überprüfung statt? Seien Sie wachsam!
- Lesen Sie die zu unterzeichnenden Dokumente sorgfältig durch, bevor Sie sich verpflichten;
- Sie glauben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein? Gehen Sie nicht darauf ein und melden Sie das Profil oder die Anzeige auf der betreffenden Plattform;
- Falls Sie Bankdaten preisgegeben oder eine Zahlung getätigt haben, überwachen Sie Ihr Konto und informieren Sie sofort Ihre Bank;
Und schließlich: Wenn Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, sichern Sie so viele Beweise wie möglich (Screenshots) und erstatten Sie Anzeige bei Ihrer Polizeidienststelle. Vergessen Sie außerdem nicht, Ihre Geräte regelmäßig zu aktualisieren und ein Antivirenprogramm zu installieren!
Entdecken Sie die #SCAM-Kampagne
Hier finden Sie unsere Empfehlungen, um nicht auf Internetbetrüger hereinzufallen, sowie unsere Tipps, um einen Vorfall online zu melden. Sie sind Opfer? Erfahren Sie, wie Sie Anzeige wegen Internetbetrugs erstatten können!
Weitere Informationen : https://www.polizei.be/5998/de/uber-uns/kommunikationskampagnen/scam-kampagne